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Menschen mit Demenz

Viele alte Menschen müssen erleben, dass ihre Gedächtnisleistungen und kognitiven Funktionen nachlassen. Der Begriff Demenz beschreibt eine Alterskrankheit, bei der sich dieser Prozess immer weiter fortsetzt. Menschen mit Demenz fällt es immer schwerer, Neues dazu zu lernen. Störungen der Wahrnehmung und Persönlichkeitsveränderungen können hinzu kommen. Am Ende kann Sprachverlust und völlige Pflegebedürftigkeit stehen.

Menschen mit Demenz versinken in einem Meer des Vergessens. Sie fühlen sich fremd in der einst für sie so vertrauten Welt und verlieren nach und nach die Möglichkeit, selbständig zu leben. Das erfährt nicht nur der Betroffene selbst sehr schmerzvoll, sondern auch seine Angehörigen. Die Anforderungen an sie werden immer größer. Freunde und Bekannte ziehen sich oft aus Angst oder Unsicherheit zurück. Der Mensch mit Demenz und seine Angehörigen stehen einer existenziellen Herausforderung gegenüber.



Glaube und Demenz

Religion beginnt nicht erst mit dem bewussten Verständnis einer Predigt oder eines Gebets. Menschen, die jeden Kontakt zu Außenwelt verloren haben, lassen sich von vertrauten Liedern und Gebeten anrühren. Das Gefühl, einen Halt im Glauben zu finden, setzt nicht die bewusste Erkenntnis in Form eines ausformulierten Gedankens voraus. Der Mensch mit Demenz kann auf einer tiefer liegende Ebene seiner Persönlichkeit Religiosität erleben. Edith Stein nennt diese Ebene die"Gedanken des Herzens". In ihnen findet sich, unabhängig vom reflektierenden Verstand des Menschen, die Geborgenheit der Schöpfung und das Lob Gottes.

Die Angehörigen sehen sich angesichts des großen Leids ihrer Verwandten und ihrer eigenen Situation oft selbst Sinnfragen gegenüber. Sie werden auf den Kern des Menschseins zurückgeworfen. Warum ist die Welt kein Paradies? Was erwartet den Kranken am Ende seines Leidensweges? Was ist aus der ihm einstmals bekannten und geliebten Persönlichkeit geworden? Wird man sich jemals wieder sehen, so wie man sich kannte? Diese Fragen sind auch Kernfragen des Glaubens und stellen sich für Angehörige von Menschen mit Demenz in ihrem Alltag mit großer Eindringlichkeit.



Die Arbeit des Geistlichen Zentrums

Das Geistliche Zentrum für Menschen mit Demenz und deren Angehörige (GZD) ist ein Ökumenischer Arbeitskreis der Ev. Luther-Kirchengemeinde Berlin-Schöneberg. Sein Ziel ist es die Seelsorge für Angehörige und Betroffene zu verbessern, indem Menschen mit Demenz auf der ihnen zur Verfügung stehenden Ebene angesprochen werden und die Sinnfragen Angehöriger angemessen aufgegriffen werden.

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird sich der Anteil alter Menschen in der Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. Gleichzeitig zerbrechen insbesondere in Großstädten wie Berlin immer mehr traditionelle Strukturen. Das Geistliche Zentrum bemüht sich um den Aufbau neuer Netze der Beratung, Betreuung, des Austausches und der Seelsorge für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige.

Hier finden Sie Informationen über unsere bereits angelaufene Aktivitäten vom Gottesdienst bis zum Tanzcafé. Die einzelnen Gremien des Geistlichen Zentrums finden sie unter Kontakt.

 

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